Eine drohende oder eingetretene Arbeitslosigkeit kann für den Einzelnen den Ausschlag dafür geben, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Dies gilt umso eher, wenn die Arbeitslosigkeit bereits länger andauert und sich keine anderen Möglichkeiten zur Erzielung eines Erwerbseinkommens ergeben. Mit länger dauernder Unterbrechung der Erwerbstätigkeit geht Arbeitslosen jedoch die Einbindung in arbeitsmarktrelevante Netzwerke verloren und berufsbezogenes Wissen veraltet. Wenn zudem finanzielle Ressourcen aufgebraucht sind, starten Arbeitslose aus einer erschwerten Ausgangslage heraus. Eine gründliche Vorbereitung auf die Selbstständigkeit und eine intensive Beschäftigung mit dem geplanten Projekt erleichtern dann nicht nur die Gründungsentscheidung, sondern steigern auch die längerfristigen Erfolgschancen der Selbstständigkeit.
Gründungsgeschehen in Deutschland stark durch Gründerzahlen aus der Arbeitslosigkeit beeinflusst
Die Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors zeigen, dass der Anteil der Gründer, die ihr Projekt aus der Arbeitslosigkeit heraus starten, seit 2005 um die 20-Prozent-Marke schwankt. Damit sind Arbeitslose unter den Gründern, verglichen mit ihrem Anteil an der nichtgründenden Bevölkerung von rund 7 %, deutlich überrepräsentiert. Zudem unternehmen Arbeitslose den Schritt in die Selbstständigkeit besonders häufig im Vollerwerb (Anteil vormals Arbeitsloser rund 30 %). Angesichts fehlender Erwerbsalternativen stellt das Gründungsprojekt in der Regel die Haupteinnahmequelle dar. Hinzu kommt, dass die Förderung von Arbeitslosen bei einer Gründung durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) daran geknüpft ist, dass die Selbstständigkeit hauptberuflich
betrieben wird.
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